Manhattan

Manhattan

€ 24,00

Roman

Robert Woelfl

Es ist das Jahr 1980: Tito stirbt, Ronald Reagan wird amerikanischer Präsident, John Lennon auf offener Straße­ erschossen. In der Manhattan-Siedlung ­ einer Kärntner Kleinstadt begeht die 14-jährige Isabella Selbstmord. Wie hängt das alles zusammen?

erscheint im Oktober

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ISBN 978-3-99014-323-0

ca. 280 S., 11.5 x 18 cm

gebunden mit Schutzumschlag

 

In der Manhattan-Siedlung stehen die ersten Hochhäuser der Stadt. Überragt werden sie nur von den Karawanken; oben, auf dem Kamm, verläuft die Grenze zwischen Österreich und Jugoslawien. Isabella war das außergewöhnlichste Mädchen in der Manhattan-Siedlung, und jetzt ist sie tot. Angeblich hat sie sich erhängt. Davor hat sie dem Ich-Erzähler noch eine Platte geborgt: Imagine von John Lennon. Isabella war seine erste große Liebe. Kurz nach Isabella stirbt Tito. Über seinen Tod wird in der Kärntner Kleinstadt mehr gesprochen als über den der Vierzehnjährigen – allzu präsent ist die Angst, dass die jugoslawische Volksarmee über die Karawanken einfällt. Und die Angst, dass aus dem Kalten ein heißer Krieg wird, unter Einsatz der neu entwickelten Neutronenbombe womöglich. Led Zeppelin und David Bowie, neue Highscores beim Stratofortress-Flipper und dicke Rauchwolken der Smart-Zigaretten verhüllen das Unbehagen der Jugendlichen ein wenig, das sich speziell beim Ich-Erzähler in der Frage kanalisiert: Warum hat Isabella sich umgebracht?

Der Blick auf die 1980er Jahre ist ein Blick in den Spiegel. Viele Themen von damals, seien es politische oder ökologische, sind die Themen von heute. Robert Woelfl legt mit seinem Romandebüt Manhattan ein authentisches, schnörkellos geschriebenes Zeitbild aus der Sicht eines Teenagers vor, das nicht nur Kinder der 80er in seinen Bann ziehen wird.

Robert Woelfl

1965 in Villach geboren, Studium der Bildhauerei am Mozarteum Salzburg, danach Studium an der Universität für angewandte Kunst in Wien bei Oswald Oberhuber, Ernst Caramelle und Roy Ascot, seit 1991 freier Schriftsteller. 2011–2025 Lehrtätigkeit am Institut für Sprachkunst an der Universität für angewandte Kunst in Wien, seit 2012 Leitung des Festivals Österreichische Hörspieltage im Literaturhaus Krems, seit 2019 Präsident des Verbandes der Dramatiker und Dramatikerinnen. Zahlreiche Theaterstücke im S. Fischer Verlag, diverse Auszeichnungen, darunter Preis beim Literaturwettbewerb "Floriana" – Biennale für Literatur (2020), Autorenpreis der deutschsprachigen Theaterverlage (2001), Reinhold-Lenz-Preis für neue Dramatik (2000).