Ad acta


Ad acta
Roman
Patrik Ouředník
"Wenige wussten, dass Andreï Varhola (Andy Warhol) in Wirklichkeit Tscheche war oder eigentlich Slowake, was auf dasselbe hinausläuft, zumindest bei Warhol, der in Pittsburgh geboren ist. Die meisten Leute, die es auf der Welt zu etwas gebracht haben, sind übrigens tschechischen Ursprungs: Sigmund Freud, Madeleine Albright und so weiter und so fort."
(aus dem Buch)
ISBN 978-3-99014-321-6
ca. 130 S., 11.5 x 18 cm
gebunden mit Schutzumschlag
Nach zwei versuchten Brandstiftungen und einem Selbstmord nimmt Vilém Lebeda, Hauptkommissar eines an sich friedlichen Prager Stadtteils, die Ermittlungen auf. Dabei läuft er dem mürrischen Rentner Viktor Dyk über den Weg. Der Kommissar findet heraus, dass Viktor einen Sohn hat – nicht die hellste Kerze auf der Torte. Dunkle Erinnerungen an Gewalt, die er als Kind erlitten hat, verfolgen Dyk junior. Lebeda entdeckt zudem, dass der alte Dyk nicht ganz unbeteiligt an einem Mord ist, der sich vor vierzig Jahren ereignet hat und zu den Akten gelegt wurde. Ad acta enthält alle Zutaten eines Thrillers. Doch jenseits aller Genregrenzen entpuppt sich der Roman als raffinierte und vielschichtige Parabel, in welcher der Autor die tschechische Geschichte, die Auswüchse des Kommunismus, die Anfänge des Kapitalismus, die Gefahren der Sprache sowie die menschliche Natur im Allgemeinen sprachlich virtuos und mit beißendem Humor ins Visier nimmt.
Margret Millischer
lebt und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin in Wien. Zahlreiche literarische Übersetzungen aus dem Französischen, u. a. von Jean-Michel Maulpoix, Abdellah Taïa, Bernard Noel, Driss Chraibi, Laurent Gaudé. Zuletzt erschien ihre Übersetzung des Romans Wanted von Philippe Claudel (Müry Salzmann, 2025).
Patrik Ouredník
geboren 1957, ist ein tschechischer Autor und Übersetzer, der seit 1984 in Frankreich lebt und auch auf Französisch schreibt. Er hat so bedeutende französische Autoren wie Rabelais, Jarry, Queneau, Michaux und Beckett ins Tschechische übersetzt, genauso wie tschechische Autoren ins Französische. Daneben hat er eigene Werke verfasst, u. a. 2004 Europeana, Eine kurze Geschichte des 20. Jahrhunderts, das in viele Sprachen übersetzt wurde, auch ins Deutsche. Zuletzt erschien auf Deutsch Das Ende der Welt dürfte nicht stattgefunden haben (2023).